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Abschaltung Treffenliste

Vor 10 Jahren übernahm ich die Pflege der polyamory.ch Webseite, über die Zeit hatte ich viele gute Kontakte mit Menschen aus aller Welt, besuchte selbst viele der Stammtische und Treffen.
Es wurden immer mehr Treffen, immer weniger erfuhr ich davon, fand auch selbst neben Job und eigenem Leben Zeit, mich mit der notwendigen Musse um die Seite zu kümmern. Unterstuetzung war da, jedoch nicht in einem Masse, die eine umfassende Liste der Deutschsprachigen Treffen benötigen würde.
Ich habe mich dazu entschlossen, die Liste der Treffen und den Kalender per Ende Juni 2018 einzustellen und zukünftig auf polyamory.de zu verweisen. Der Rest dieser Site bleibt bestehen, sei es als Inspirationsquelle von Besuchern, sei es als Archiv der jungen Polykultur im Deutschsprachigen Raum um die Jahrtausendwende.

Beat Rubischon <beat@0x1b.ch>
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Was Listenmitglieder als wichtig fürs Polyleben erachten

Freude teilen oder verschweigen

Welche Erfahrungen habt Ihr bezüglich Freude teilen - Freude verschweigen mit Euren Lieben
gemacht?

Nach meinen Erfahrungen hängt das wesentlich vom Faktor Ausgewogenheit, Gleichwertigkeit ab - sowohl intra- als auch interpersonell. Je mehr Selbstwertgefühl jemand hat, desto weniger kratzt ihnsie sowas. Je mehr bzw tragfähigere eigene Beziehungen jmd hat: ebenso. Je weniger Hierarchien ist einem Netz bestehen, desto weniger tritt das Problem auf. Ebenso ist es mit den Hierarchien in einer einzelnen Beziehung. Undsoweiter.
Übrigens: Ausgewogenheit und Gleichwertigkeit in Beziehungen setzen sehr intensive Kommunikation voraus - und vor allem Handeln von beiden (allen) Seiten. Sowohl die (vordergründig) Starken, Überlegenen als auch die Schwachen, Unterlegenen müssen ihren Teil dazu leisten. Im Zweifelsfall: Nachfragen, rauskitzeln. Lieber dreimal zu viel als einmal zu wenig!
Mit soviel Feingefühl wie geht.
Bereits möglichst kleine, unterschwellige Irritationen aufgreifen und auf den Tisch legen. Nicht erst damit anfangen, wenn die Probleme unübersehbar werden (das erfordert uU viel Disziplin).
Klartext reden, die eigenen Motivationen erkennen und mitteilen, die der Anderen anerkennen und berücksichtigen.
Sowohl Harmoniesucht als auch Streitsucht erkennen und dagegenarbeiten. Immer mitdenken und mitfühlen, möglichst oft auch den Standpunkt derdes Anderen versuchsweise einnehmen.
Mit einem Zeitfaktor rechnen - ausbleibende Änderungen einfordern, stattfindende aber auch sehen!
Die eigene Liebe allen zeigen, nicht verstecken. Dabei ginge sie kaputt.

Wie habt Ihr Unstimmigkeiten wieder gerade gebogen?

In neuerer Zeit hab ich solche Probleme glücklicherweise nicht erlebt. Vleicht weil ich's so mache wie oben beschrieben. Vleicht auch weil ich grade viel Glück habe. Bei meinen frühen Versuchen (vor 20, 30 Jahren) lief es meist auf Beziehungsabbrüche hinaus.
Ich hab noch eine Art Meta-Rezept, mit dem ich erstaunliche Erfahrungen gemacht habe. Wenn aus einer Meinungsverschiedenheit ein Streit wird: immer Körperkontakt aufnehmen. Sich bei den Händen nehmen, also Verbindung ausdrücken. Nebeneinander setzen oder stellen, nicht gegenüber. Meistens rücken die Leute räumlich /auseinander/, wenn sie sich /auseinandersetzen/. Genau das nicht zuzulassen, ist der Zweck der Übung. Ich konnte anfangs auch nciht glauben, wie sehr das verbindet. So ein Streit ist dann ganz anders, oft geht er gar nicht richtig. Alles trotzdem sagen, alles rauslassen, sich ausschütten - aber: es wird dann alles anders gesagt. Nicht gegen dendie anderen, sondern für sich selbst. Es braucht Übung, aber ich bin unendlich froh, dass mir das gezeigt wurde und ich es annehmen konnte.

texte/worte_von_der_mailingliste_test.txt · Zuletzt geändert: 29.04.2008 13:55 (Externe Bearbeitung)

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