Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


filme

Filme

Auch wenn sich Hollywood schwer tut, die gängigen Konventionen zu brechen, gibt es einige wirklich faszinierende Filme über Mehrfach- bzw. unkonventionelle Beziehungen.


Drei
Deutschland 2010
Regie: Tom Tykwer
Hauptrollen: Sophie Rois (Hanna), Sebastian Schipper (Simon), Devid Striesow (Adam)
Hanna und Simon sind seit 20 Jahren verheiratet und haben sich in dieser Zeit etwas auseinandergelebt. Beide verlieben sich in Adam und beginnen - jeweils ohne Wissen ihres Partners - mit ihm eine Liebesbeziehung. Doch dadurch entwickelt sich auch die Liebe zwischen Hanna und Simon neu. Als das Geheimnis schließlich offenbar wird, entscheiden sich alle drei für den Versuch einer gemeinsamen Zukunft.

Luftschlösser (DVD-Titel: Liebesspiele / Castillos de cartón)
Spanien 2009
Regie: Salvador García Ruiz
Hauptrollen: Adriana Ugarte (Maria), Nilo Mur (Jaime), Biel Duran (Marcos)
Jaime, Marcos und Maria studieren gemeinsam Kunst und beginnen eine Dreiecksbeziehung. Der Film zeigt in ruhigen Bildern ihre Entwicklung im Alltag, idealisiert weder noch dramatisiert unnötig. Als gegen Ende des Studiums das Gleichgewicht zwischen ihnen in Schwierigkeiten gerät, liegt dies weniger an ihrer polyamoren Beziehung als an ihren unterschiedlichen beruflichen Perspektiven. Es bleibt offen, ob sie auch weiterhin zusammenleben werden.

Shortbus (Shortbus)
USA 2006
Regie: John Cameron Mitchell
Hauptrollen: Jay Brannan (Ceth), Lindsay Beamish (Severin), PJ DeBoy (Jamie), Raphael Barker (Rob), Paul Dawson (James), Peter Stickles, (Caleb) Sook-Yin Lee (Sofia)
Das Besondere an Shortbus ist, mit welcher menschlichen Fröhlichkeit hier der Tabubruch zelebriert wird. Sex sowie die entstehenden Nähe zwischen den Beteiligten führen nach und nach zur Lösung ihrer Beziehungsprobleme. Unter der manchmal schrillen Oberfläche ein kluger, nachdenklicher, mitunter trauriger, aber auch überbordend fröhlicher Liebesfilm.

Meeresfrüchte (Crustacés et coquillages)
Frankreich 2004
Regie: Olivier Ducastel
Hauptrollen: Valeria Bruni-Tedeschi (Beatrix), Gilbert Melki (Marc), Jean-Marc Barr (Didier), Jacques Bonnaffé (Mathieu), Edouard Collin (Martin), Romain Torres (Charly), Sabrina Seyvecou (Laura)
Vom scheinbaren Standartmodell einer bürgerlich-toleranten Kleinfamilie mit möglicherweise schwulem Sohn und verliebter Tochter führt diese Komödie über vielerlei Verwirrungen und Überraschungen direkt zur polyamoren und polysexuellen Alternativfamilie, in der die Toleranz der Kinder bald mehr gefragt ist als die der Eltern…

Die Träumer (The Dreamers)
Italien, Frankreich, Großbritannien 2003
Regie: Bernardo Bertolucci
Hauptrollen: Michael Pitt (Matthew), Eva Green (Isabelle), Louis Garrel (Theo)
Der amerikanische Student Matthew wird im Paris der 68er-Jahre von den Geschwistern Isabelle und Theo zunehmend in deren inzestuöse Beziehung hineingezogen. Alle drei schotten sich allmählich von der Außenwelt ab, bis ein aus einer Demo geworfener Pflasterstein ihre selbstgewählte Isolation durchbricht.

Kolle - Ein Leben für Liebe und Sex
Deutschland 2001
Regie: Susanne Zanke
Hauptrollen: Sylvester Groth (Oswalt Kolle), Annett Renneberg (Christiane), Petra Zieser (Marlies Kolle)
Der Film thematisiert neben der öffentlichen Auseinandersetzung um Kolles Aufklärungsfilme Ende der 60er auch die Schwierigkeiten bei seinem Versuch einer offenen Liebesbeziehung sowohl zu seiner Frau Marlies als auch zu der Journalistin Christiane. Ein schöner, wenngleich mitunter leicht klischeehafter Einblick in die BRD der 68er und eine Situation, für die Polyamorie vielleicht hätte die Lösung sein können.

Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday
Deutschland 1999
Regie: Rolf Schübel
Hauptrollen: Erika Marozsán (Ilona Várnai), Joachim Król (Lásló Szabó), Stefano Dionisi (András Aradi), Ben Becker (Hans Wieck)
Die funktionierende Dreiecksbeziehung zwischen der Kellnerin Illona, dem Wirt László und dem Pianisten András im Budapest der 30er-Jahre wird zerstört, als sich auch Hans, Mitglied der SS, in Illona verliebt und für sich gewinnen will.

Warum nicht! (Pourquoi pas!)
Frankreich 1977
Regie: Coline Serreau
Hauptrollen: Sami Frey (Fernand), Christine Murillo (Alexa), Mario Gonzáles (Louis), Nicole Jamet (Sylvie)
Der Alltag einer Dreiecksbeziehung zwischen Alexa, Fernand und Louis in einer alten Villa eines Pariser Vororts wird gestört, als Fernand Sylvie kennenlernt und mit in das gemeinsame Leben bringt. Eine optimistische Komödie mit Happy End.

Quartett D'Amour – Liebe, wen du willst (Happy Few)
Frankreich 2010
Vier französische Mittdreißiger probieren eine Art Ehe zu viert und prallen an die damit verbundenen Grenzen in einem gut beobachteten, versiert inszenierten und überzeugend vorgetragenen Beziehungsdrama aus der modernen französischen Mittelschicht. Regisseur Cordier bevorzugt den unverstellten Blick und vermeidet große Gesten, allein in den zahlreichen und zuweilen recht expliziten Sexszenen lässt er es krachen, dass scheinbar ganze Festivals kein anderes Thema mehr kannten. Gute Sache für moderne Menschen auf der Suche nach anspruchsvoller Reflektion.

The Sex of Angels (OmU)
Spanien (2012)
Regisseur: Xavier Villaverde
Darsteller: Astrid Berges-Frisbey, Llorenç González, Álvaro Cervantes
Als Bruno in der Innenstadt niedergeschlagen und beraubt wird, ist der junge Lebenskünstler Rai zur Stelle und kümmert sich um ihn. Dabei merkt Bruno, dass er sich zu dem gutaussehenden Kerl hingezogen fühlt. Brunos Freundin Clara beobachtet die Annäherung mit Misstrauen, ist aber tolerant genug, ihrem Freund seinen Freund zu gönnen. Tatsächlich kommt es im Laufe der Zeit sogar zu einer Annäherung zwischen Clara und Rai, und diesmal ist es Bruno, der eifersüchtig reagiert. Bis auch er erkennt, dass Dreierbeziehungen ihre Vorteile haben.
Xavier Villaverdes kraftvolle Utopie für mehr Toleranz und Aufrichtigkeit erinnert stark an François Truffauts Klassiker „Jules et Jim“. Offen sein, neue Wege gehen, sich verlieben in den Menschen, nicht das Geschlecht. Eine zeitgemäße Ménage à trois - zutiefst menschlich, doch gleichzeitig souverän und befreiend. Grandioses Kino, intim, sinnlich und unwiderstehlich. Ein erotisches Meisterwerk, von dem man nur schwer seine Augen wenden kann.

filme.txt · Zuletzt geändert: 22.03.2015 18:10 (Externe Bearbeitung)

Seiten-Werkzeuge